Seit gut zehn Jahren lässt die Stadt Schramberg im Außenbereich Häuser an den öffentlichen Kanal anschließen. Nun folgt als letzes Projekt der Neubau der Kanalisation Hutneck. Der Ausschuss für Umwelt und Technik hat jetzt die Aufträge an zwei Fachfirmen vergeben.
Konrad Ginter von der Abteilung Tiefbau erinnerte an das Konzept, immer dort die Kanäle zu verlegen, wo es langfristig wirtschaftlicher ist, als wenn man den „Rollenden Kanal“ einsetzt. „So alle zwei Jahre haben wir jetzt ein Gebiet angeschlossen“, resümierte Ginter.
Scharf kalkuliert
Für die öffentlichen Auftraggeber konnte er einen positiven Effekt der Corona-Pandemie entdecken: Für die Tiefbauarbeiten habe er acht Angebote erhalten: „Alle haben scharf kalkuliert.“ Zwischen dem günstigsten Gebot der Firma Bantle mit 993.322,42 Euro dem zweiten Gebot mit 1.030.870,93 Euro und dem dritten mit 1.032.635,92 lagen nur wenige zehntausend Euro.
Von der Hutneck soll im Spülbohrverfahren eine Leitung bis hinunter in den oberen Kirnbach verlegt werden. Den Auftrag für diese Arbeiten, die auf der Trasse einer 20-KV-Hochspannungsleitung ausgeführt werden, erhielt die Firma Leonhard Weiss für knapp 260.000 Euro.
Zuschüsse helfen sehr
Letztes Jahr habe die Stadt die Anlieger und Grundstückseigentümer über die Maßnahme informiert und mit den betroffenen Eigentümern Vereinbarungen zum Bau der Kanalisation abgeschlossen. Im Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs Abwasser der Jahre 2020 und 2021 sei das Geld für die Arbeiten eingeplant.
Die Stadt will die Bauarbeiten nutzen, um auch den Breitbandausbau voran zu treiben. Um einen möglichst niedrigen Zuschuss an einen möglichen Betreiber zahlen zu müssen, möchte Ginter möglichst viele Leerrohre verlegen lassen. Dafür bräuchte die Stadt etwa 70.000 Euro zusätzlicher Mittel. Da die Hutneck als „Weißer Fleck“ gilt, was die Internetversorgung angeht, rechnet Ginter allerdings mit einer 100-Prozent-Förderung durch das Innenministerium.
Einen weiteren Zuschusstopf kann die Stadt anzapfen, weil die Kanalrohre in einem Wasserschutzgebiet verlaufen. Die Förderung erhöht sich so um 20 Prozent auf 56 Prozent der förderfähigen Kosten. Ginter rechnet damit, dass für das gesamte Abwasser-Projekt 672.000 Euro Zuschuss fließen werden. Dieser Zuschuss ist bereits bewilligt.
Die Ausschussmitglieder nahmen mit Wohlwollen auf, dass dank des geschickten Ausnut
zens von Zuschüssen das gesamte Projekt für die Stadt etwa 300.000 Euro günstiger als geplant wird. Der Ausschuss stimmte der Vergabe und den zusätzlichen Haushaltsmitteln einmütig zu.