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Immer wieder Grund zur Freude liefert die fehlende Korrekturabteilung einer hiesigen Tageszeitung. Da werden ganz neue Behörden geschaffen, politische Theorien entwickelt und Verkehrsmittel erfunden.
Hier die schönsten drei des vergangenen Jahres:
In einer Wahlankündigung für die Kommunalwahl stellen sich drei Lauterbacher vor (Moment, der Gag kommt erst noch). Die Liberalen finden, am Ortsrecht müsse man arbeiten, denn: „Ein Ortsrecht als Fundamt der Demokratie sei unerlässlich“, steht da am 16. Mai zu lesen. Das ist allerdings eine fundamentale Erkenntnis, dass die Demokratie ein Fundamt hat, in dem das Ortsrecht steckt – oder so ähnlich.
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Platz zwei der schönsten Fehlleistungen erreicht ein Bericht über den neuen Schramberger Stadtbrandmeister. Patrick Wöhrle, so schreibt‘s der Kollege, werde neben seiner Aufgabe bei der Feuerwehr auch Verwaltungsaufgaben erledigen wie „die Unterstützung der Braurechtsabteilung bei Brandschutzthemen“. Schon klar, dass die Feuerwehrkameraden nach dem Brand noch einen weiteren Brand im Feuerwehrgerätehaus löschen müssen, aber wozu dafür eine eigene Braurechtsabteilung eingeführt werden muss? Bürokratieabbauer, hier hättet Ihr mal eine wichtige Aufgabe.
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Platz eins unserer diesjährigen Schnitzerliste belegt aber die Meldung über eine unglaubliche Reise von 200 Ministranten nach Rom. Die hat Dekan Rüdiger Kocholl aus Schramberg auf wundersame Weise geschrumpft. Dieser Wunder vollbringende Priester hat dann, wenn man dem immer vollständig seriösen und faktenbasierten Blatt Glauben schenken mag, die „rund 200 Minis aus dem Dekanat Rottweil in vier Busen auf den Weg nach Rom“ geschickt. Wie sie in Rom dann aus den vier Busen wieder rausgeschlüpft sind und ob sie sich an Romulus und Remus und der römischen Wölfin erfreut haben, das bleibt leider unerwähnt.
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Kollegen, weitermachen, wir freuen uns auf neues Futter.